Ausbreitung des Coronavirus: Ab Mittwoch Einschränkungen im Einzelhandel

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Thomas
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17. Mär 2020, 19:49

Übersicht der bestätigten Fälle der Atemwegserkrankung COVID-19 +++ Stadt und Landkreis Kassel treffen Vorbereitungen zur Umsetzung +++ Spielplätze müssen wegen großen Andrangs gesperrt werden +++ Abstriche für Tests nur in begründeten Verdachtsfällen +++ Politische Gremien tagen bis auf weiteres nicht mehr +++ Notbetrieb der Stadtverwaltung: Keine Sprechzeiten mehr +++ Öffentlicher Nahverkehr: Lageangepasster Fahrplan seit Dienstag +++ Aktuelle Informationen auf www.kassel.de/coronavirus

Gemeinsame Pressemitteilung von Stadt Kassel und Landkreis Kassel

Übersicht der bestätigten Fälle der Atemwegserkrankung COVID-19, verursacht durch den Erreger SARS-CoV-2 aus der Familie der Coronaviren, im Bereich des Gesundheitsamts Region Kassel:

Stadt Kassel: 15 infizierte Personen
Landkreis Kassel: 18 infizierte Personen

Vier der infizierten Personen werden derzeit in Krankenhäusern in Kassel behandelt. Alle anderen befinden sich ebenso wie die Kontaktpersonen in häuslicher Isolation. Sowohl die Infizierten als auch die Kontaktpersonen werden bisher täglich durch das Gesundheitsamt kontaktiert.

Vor dem Hintergrund der weiter steigenden Zahl der Betroffenen sei aber davon auszugehen, dass die Kapazitäten auf Dauer nicht ausreichen werden. Die Kontaktpersonen werden dann nicht mehr tägliche Anrufe erhalten, sondern diese tragen für sich selbst Verantwortung.

Stadt und Landkreis Kassel treffen Vorbereitungen zur Umsetzung

Stadt und Landkreis Kassel bereiten sich derzeit darauf vor, die zwischen Bundesregierung und Bundesländern vereinbarten Regelungen zum einheitlichen Vorgehen zur weiteren Beschränkung von sozialen Kontakten im öffentlichen Leben umzusetzen. Diese sollen am Mittwoch, 18. März, in Kraft treten und bis einschließlich Sonntag, 19. April, gelten. Allerdings liegt den Kommunen bislang keine rechtsverbindliche Regelung der Landesregierung vor. Diese brauche es aber, da die lokale Wirtschaft die Kommunalverwaltungen zunehmend unter Druck setzt und Klarheit möchte, hoben Oberbürgermeister Christian Geselle und Andreas Siebert, Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Kassel, hervor.

Besonders in seiner Funktion als Präsident des Hessischen Städtetags ist Oberbürgermeister Geselle über die Lage auch fortlaufend in telefonischem Kontakt mit den weiteren Oberbürgermeistern und Landräten in Hessen: "Wir brauchen eine klare rechtliche Handhabe als Werkzeug, um diese guten Leitlinien vor Ort auch umsetzen zu können."

Gespräche mit Vertretern des Kasseler Einzelhandels

Am Dienstagmittag führten Geselle und Siebert gemeinsam ein Gespräch mit Vertretern der Verbände von Handel, Gastronomie und Gewerbe, um über die bevorstehenden Regelungen zu informieren. Darin erläuterten sie auch, dass es für den stationären Einzelhandel durchaus möglich ist, den Kunden Lieferdienste nach telefonischer Bestellung anzubieten.

Gemäß der Vereinbarung zwischen Bundesregierung und Bundesländern soll der Einzelhandel ausdrücklich nicht geschlossen werden bei: Lebensmitteln, Wochenmärkten, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäusern, Drogerien, Tankstellen, Banken, Sparkassen, Poststellen, Friseure, Reinigungen, Waschsalons, Zeitungsverkauf, Bau- und Gartenbau, Tierbedarfsmärkte, Großhandel. "Die wichtige Botschaft ist: Die Versorgung für die Bürgerinnen und Bürgern ist gewährleistet", betonten Geselle und Siebert.

Spielplätze müssen wegen großen Andrangs gesperrt werden

Im Vorgriff auf die rechtlichen Vorgaben des Landes hat die Stadt bereits beschlossen, ab sofort alle städtischen Spielplätze im Kasseler Stadtgebiet bis auf Weiteres abzusperren. Dabei handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Bei dem schönen Wetter der vergangenen Tage hat es auf einigen Spielplätzen einen großen Andrang gegeben.

Abstriche für Tests nur in begründeten Verdachtsfällen

Dem Gesundheitsamt wurde ein sehr großer Andrang an der zentralen Abstrichstelle am Klinikum gemeldet, wo sich immer mehr Menschen teils auch ohne ärztliche Anordnung auf das neue Coronavirus SARS-CoV-2 testen wollen. "Abstriche können nur in begründeten Verdachtsfällen genommen werden", betont Dr. Karin Müller, Leiterin des Gesundheitsamts Region Kassel.

Erster Kontakt sei immer der Hausarzt, den man telefonisch über den Verdacht informieren sollte. Der zweite Schritt sei der ärztliche Bereitschaftsdienst und der dritte schließlich das Miteinbeziehen des zuständigen Gesundheitsamtes. "Eine dieser drei Instanzen trifft die Entscheidung, ob der Patient getestet wird. Der Test wird nur durchgeführt, wenn ein begründeter Verdacht besteht, also eine für das Coronavirus typische Symptomatik vorhanden ist und wenn der Patient sich zuvor in einem Risikogebiet aufgehalten hat oder mit einer bereits positiv getesteten Person Kontakt hatte", sagte Dr. Müller.

Auf Grund der Lage ist das Gesundheitsamt derzeit besonders gefordert. Zur Entlastung werden kurzfristig bis zu 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landkreises das Gesundheitsamt unterstützen.

Politische Gremien tagen bis auf weiteres nicht mehr

Nach Beratung im Ältestenrat der Stadtverordnetenversammlung wurde entschieden, dass keine Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung, deren Ausschüsse, der Ortsbeiräte, der Kommissionen und weiteren Beiräten bis 30. April stattfinden. Der Magistrat tagt weiterhin.

Auch die Sitzungen der politischen Gremien im Landkreis Kassel finden vorerst nicht statt. Der Kreisausschuss tagt weiterhin.

Lageangepasste Öffnungszeiten der Stadtverwaltung: Keine Sprechzeiten mehr

Auch die Angebote der Stadtverwaltung werden eingeschränkt, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus‘ einzudämmen. Die Funktionsfähigkeit der einzelnen Bereiche wird sichergestellt sein, allerdings werden die Bürgerinnen und Bürger gebeten, alle mit der Stadtverwaltung zu regelnden Angelegenheiten möglichst zu verschieben. Ab sofort werden Termine nur nach vorheriger Vereinbarung über Telefon oder Internet angeboten. Gleiches gilt für den Landkreis Kassel.

Die Sprechzeiten entfallen, das gilt ohne Ausnahme für alle Bereiche. Es wird empfohlen, verstärkt den Online-Service über www.kassel.de/online-services zu nutzen oder telefonisch bzw. per E-Mail den Kontakt zur Stadtverwaltung aufzunehmen. Die Stadt Kassel bittet um Verständnis, dass mit Wartezeiten zu rechnen ist und nicht alle Anrufe und E-Mails sofort beantwortet werden können.

In den kommenden Wochen werden zahlreiche Beschäftigte der Stadt ihren Tätigkeiten von zu Hause aus über Telearbeitsplätze nachgehen. Kurzfristig hat die Abteilung Informationstechnologie dafür umfangreich Telearbeitsplätze eingerichtet. Das Personal im Rathaus und den weiteren Verwaltungsstandorten wird auf ein Mindestmaß heruntergefahren. Die versorgungskritischen Bereiche bleiben voll funktionsfähig und planen auch mit entsprechenden personellen Reserven, zum Beispiel Gesundheitsamt und Ordnungsamt.

Öffentlicher Nahverkehr: Lageangepasster Fahrplan seit Dienstag

Weiterhin aufrecht erhalten wird der öffentliche Nahverkehr. Die Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) hat ihren Fahrplan seit Dienstag, 17. März, auf die Lage angepasst. Die Busse und Bahnen fahren dann im Wesentlichen wie an Sonn- und Feiertagen.

Aktuelle Informationen auf www.kassel.de/coronavirus
Informationen zum Thema Corona gibt die Stadt Kassel über das Servicecenter. Wegen der besonderen Situation hat das Servicecenter seine Kapazitäten aufgestockt und ist nicht nur unter der üblichen Rufnummer 115, sondern auch unter 05 61/787 1900 zu erreichen. Aktuelle Informationen gibt es fortlaufend auf www.kassel.de/coronavirus.

Quelle: Stadt Kassel
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