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I am providence

Verfasst: 3. Nov 2019, 15:09
von Cosinus
H. P. Lovecraft gilt als der Vater des „cosmic horror“. Er sei der Menschheit so überdrüssig, schrieb er, „mich kann nichts interessieren, wenn es nicht wenigstens zwei Morde pro Seite gibt oder namenlose Schrecken aus äußeren Welten“. Seinem Werk widmet sich Wilke Weermanns neuste Stückentwicklung „I am providence“, die am Freitag, 8. November, im tif uraufgeführt wird. Lovecraft stammt aus Providence, Hauptstadt des US-Bundesstaates Rhode Island New England, eine Stadt, deren Name fromm-drohend „Vorsehung“ heißt. Villen, Vorgärten, Coffee Stores, Indian Summer, Rhode Island Design. Doch unter dem neuenglischen Rasen scheint es zu lauern. Es dampft organischer Nebel aus den Poren der Erde hoch zum Fischauge des Mondes. Lovecrafts Weltekel, Prophetie einer heillosen Moderne, gerann in abstruse Visionen, Arien des Wahns, Rassismus und der Hassliebe auf alles Vitale. Nach einer Kostprobe des Molochs New York floh er zurück in den Hafen von Providence zu seinen drei Tanten. Und dort liegt er begraben unter einer Marmorstele mit der Aufschrift: „I am providence“ – „Die Vorsehung bin ich“.

Wilke Weermann, der für die Stückentwicklung „Odem“ im Jahrbuch Theater heute 2019 als Bester Nachwuchskünstler genannt wurde (Peter Kümmel, Die Zeit), kreiert mit „I am providence“ erneut einen eigenen Theaterabend am Staatstheater Kassel. Auf der Bühne sind Eva-Maria Keller, Alexandra Lukas, Marius Bistritzky, Tim Czerwonatis, Artur Spannagel sowie aus dem Musiktheaterensemble Lona Culmer-Schellbach zu erleben.

Beginn ist um 20.15 Uhr, die Vorstellung ist bereits ausverkauft, eventuelle Restkarten sind an der Abendkasse erhältlich. Für die „Kostprobe“ am Mittwoch, 6. November, gibt es noch Karten an der Theaterkasse, Tel. (0561) 1094-222, und online unter www.staatstheater-kassel.de.

Kostprobe: Mittwoch, 6. November, 20.15 Uhr, tif – Theater im Fridericianum
Uraufführung: Freitag, 8. November, 20.15 Uhr, tif – Theater im Fridericianum
Weitere Vorstellungen: 17 und 22. November, 1., 8., 14, 21. und 28. Dezember und 12. Januar

Quelle: Staatstheater Kassel